| Die
Geschichte der Radiowerkstatt Bilk
Am 22.
Dezember 1990 gründete ich mit drei Schüler/innen im Alter von 16
Jahren die private Schüler/innenradiowerkstatt "Radiowerkstatt Bilk".
Sie war die erste und ist die einzige Schüler/innenradiowerkstatt in
der Bundesrepublik geblieben.
Wir
profitierten von der politischen Bürgerbewegung, die sich für eine
Privatisierung des Rundfunks einsetzte. Die beliebten Piratensender
wurden staatlicherseits stillgelegt, dafür wollten die Bürger einen
legalen eigenen Sender. Politisch war dann nur eine Beteiligung der
Bürger im Sinne des Bürgerfunks, einer 15%igen Beteiligung am
jeweiligen Privatsender, durchsetzbar.
Ich arbeitete
damals als Lehrerin an der Kollegschule Bachstraße. Nicole Lemke,
Stephanie Gatzen und Carmen Datki unterrichtete ich im Fach
Rechnungswesen. Beim gemeinsamen Frühstück in der Klasse ließen wir das
Jahr ausklingen, u.a. mit einem Gespräch über eine zu gründende
Schüler/innenradiowerkstatt.
Eine
schuleigene Radiowerkstatt scheiterte, da ich in meinem pädagogischen
Vorhaben zu sehr eingeengt wurde.
Mein Vorschlag einer
Düsseldorfer Schülerradiowerkstatt unter partnerschaftlicher
Beteiligung der VHS und der Landesbildstelle scheiterte, da ich für
diese Institutionen (mit meinem Konzept!) arbeiten sollte. Die
Vertreter dieser Institutionen fanden es heftigst anmaßend von mir eine
partnerschaftliche Zusammenarbeit mit ihnen anzustreben.
Eine Beteiligung an RADS
(Radio aus der Schule), einem späteren eigenen Konzept dieser
Institutionen, kam für mich nicht infrage, da es mir zu locker-flockig,
zu wenig nachhaltig, zu wenig für Schüler mitbestimmend und
mitverantwortend und für mich unterbezahlt war. Dieses Projekt hat
nicht lange überlebt. Es hatte allerdings eine bessere PR als wir.
Ich wollte
meinen Schüler/innen die Gelegenheit geben zu zeigen, dass sie mehr
drauf haben als sie in der Schule zeigen konnten und durften, da Schule
punktuell abfragt und das noch im 45 Minuten-Takt.
Schulen lassen und/oder
machen meistens unmündig.
Ich suchte Wege,
ganzheitlich zu unterrichten, und eine lebendige Schule, die meinen
Schüler/innen und mir Freude machte und wo selbstbestimmter Erfolg
möglich war.
Ich entwickelte das
pädagogische Konzept Die Offene Radiowerkstatt und setzte es
um in der Radiowerkstatt Bilk, die ich im Dezember 1990
gründete und die seit 1994 ein eingetragener Verein ist.
Was 1990 begann,
Ton-Aufnahmen in einem kleinen halligen Schulraum, technische
Produktion in meinem Wohnzimmer, entwickelte sich schnell zu einer von
der damaligen Landesanstalt für Rundfunk anerkannten
Bildungseinrichtung für Schüler/innen aller Schulformen.
Mehr zur Geschichte der
Radiowerkstatt Bilk unter www.salzmannbau.com/dor.
1999 gab es in
der Radiowerkstatt Bilk einen Generationenwechsel. Drei meiner
ehemaligen Radioschüler, Matthias Gellissen, Jens Lammert und Sven
Freitag übernahmen den Vorsitz des Vereins.
Ob der Generationenwechsel
gelungen ist, wage ich nicht zu beurteilen. Die Aktivitäten der neuen
Generation sind nachzulesen unter www.radiowerkstatt-bilk.de.
Ich bin bis
heute Leiterin von Die Offene Radiowerkstatt, dem
pädagogischen Projekt des Vereins.
Ende 2006 werde ich mich von der Radiowerkstatt Bilk und dem
Salzmannbau verabschieden.
Monika
Egbringhoff
07. August 2005
|